Der Volkstrauertag ist für die CDU und unsere Vertreter immer ein Tag des Gedenkens an die Opfer von Krieg und Gewalt. In diesem Jahr stellte der CDU Fraktionsvorsitzende im Wittenberger Kreistag, Enrico Schilling, seine Rede unter das Motto: „Dem Frieden der Welt zu dienen.“
Im Mittelpunkt der Rede stand die Erinnerung an die Opfer, die uns allen zugleich Mahnung und Gedenken vermitteln soll. Gleichzeit erklärte Schilling, dass viele Menschen für Frieden, Freiheit und Sicherheit ihr Leben lassen mussten und auch heute noch lassen. Werte die somit nicht selbstverständlich existieren, sondern immer neu erstritten werden müssen.
Rede von Enrico Schilling zum Volkstrauertag 2009: Dem Frieden der Welt dienen.
Dem Frieden der Welt dienen.
– es gilt das gesprochene Wort –
Die Geschichte des Volkstrauertages ist älter als die Geschichte der Bundesrepublik. Vor 90 Jahren, erschüttert von den Schrecken des ersten Weltkrieges, wurde er ins Leben gerufen. Die Menschen hofften damals, dass das Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt und die Trauer um sie uns für immer an den Frieden erinnern würde.
Doch diese Hoffnung machte schon 20 Jahre später der Beginn des zweiten Weltkrieges zunichte.
Wir gedenken heute nicht nur der Opfer beider Weltkriege. Wir trauern heute nicht nur um Verstorbene allgemein. Sondern wir trauern um jene, an deren Tod wir Menschen – nicht individuell, aber grundsätzlich – schuldig sind.
Kriege, Terror, Gewalt – alles ist menschengemacht.
Leider müssen wir am heutigen Volkstrauertag nicht weit zurückblicken um seinen Sinn zu erkennen. Es ist ein Tag, der seine Aktualität bis heute nicht verloren hat.
Auch heute leisten Soldaten anderswo in der Welt ihren gefahrenvollen Dienst. Gemeinsam mit Partnern in Europa und der ganzen Welt stehen sie aktiv für unsere Sicherheit ein.
In der Präambel unseres Grundgesetzes, das in diesem Jahr 60 Jahre alt wurde, heißt es über das deutsche Volk:
„Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen.“
Dem Frieden der Welt dienen – Ganz gewiss tun es die Soldaten der Bundeswehr. Auch im Ausland helfen sie den Menschen dort, ihr Land wieder sicher und stabil zu machen.
Dem Frieden der Welt dienen – auch jene Männer und Frauen, die in unserem Land einen sozialen Dienst leisten. Auch sie verdienen Respekt, weil sie sich für den inneren Frieden engagieren.
Und wir selbst, die wir hier heute gedenken – welchen Beitrag leisten wir?
Durch unser mahnendes Gedenken setzen wir ein Zeichen, dass wir Freiheit und unsere Sicherheit nicht als selbstverständlich hinnehmen dürfen. Die Opfer, derer wir heute gedenken, haben gezeigt, wie hoch der Preis dafür ist.
Ein jüdisches Sprichwort sagt:
„Menschen die man vergisst, sterben ein zweites Mal.“
Mit unserem mahnenden Gedenken stellen wir dem Vergessen die Erinnerung entgegen.
Wir erinnern uns heute jedoch nicht nur an jene Toten, sondern auch an ein Versprechen – dem Frieden der Welt zu dienen!
Ein Versprechen, das Krieg, Leid und Gewalt uns und Generationen nach uns nicht widerfahren soll. Das Gedenken mahnt uns aus der Vergangenheit zu lernen, Schlüsse für die Gegenwart zu ziehen und danach zu handeln.
Mit dem Opfer ihres Lebens mahnen uns die Toten, für die Werte unserer Demokratie einzutreten. Frieden, Freiheit, Sicherheit und Völkerverständigung nicht aus den Augen zu verlieren. Die Erinnerung macht uns bewusst, dass wir stets wachsam bleiben müssen, um unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat keinen Gefahren auszusetzen.
Für diese Werte müssen wir kämpfen und streiten, denn sie sind nicht selbstverständlich. Das heißt, wir müssen helfen, Blutvergießen zu beenden und Not zu lindern. Das heißt für uns, Versöhnungsprozesse voranzutreiben. Das heißt, Menschen vor Terror und Gewalt zu schützen. Nicht nur nach außen – auch nach innen.
Wir Deutsche stellen uns der Verantwortung der Geschichte. Wir kämpfen gegen Auswüchse von Terror und Gewalt um Frieden vor Ort und in Deutschland zu sichern – viele unserer Soldaten unter Einsatz ihres eigenen Lebens. Bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr haben seit 1992 81 Soldaten ihr Leben verloren. Ihr Tod sei und Mahnung!
Mahnung dafür, als Menschen die Entscheidung in der Hand zu haben. Die Entscheidung über Krieg und den Einsatz von Gewalt. Die Entscheidung darüber, Terror und Gewalt entgegen zu treten. Verneigen wir uns im mahnenden Gedenken vor den Opfern von Kriegen und Gewaltherrschaft und bleiben wir ihnen verbunden im Bewusstsein unserer dauerhaften Verpflichtung für Frieden, Freiheit und Menschlichkeit einzutreten.

